Schienbeinkantensyndrom (Shin splints): Tests können warnen

Im Britischen Journal of sportsmedicine (Br J Sports Med 2012; epub: doi.10.1136/bjsports-2012-090409) haben Phil Newman et al. eine Studie veröffentlicht, die an Hand zweier Test signifikant die Entwicklung eines Schienbeinkantensyndromes vorhersagen kann. Laut aktueller Literatur sind bis zu 35 % der laufenden Sportler in ihrer Karriere von einem medialen Tibiakantensyndrom (MTSS) betroffen. Der „Shin Palpation Test“ (Palpation der unteren 2 Drittel der Tibia einschließlich der posteromedialen Kante und der assoziierten Muskulatur) und das Vorhandensein eines positiven Ödem-Test  wiesen bei beschwerdefreien Teilnehmern in 46 % der Fälle (Shin Palpation Test) und in 91 % der Fälle (Ödem Test) auf ein späteres MTSS hin. Somit war besonders der Nachweis eines Ödems spezifisch für das Auftreten eines MTSS. Somit könnte das Training des Athleten in dieser Phase angepasst werden.

Fazit diesportstrategen:   Sehr gut praktikable Tests.

 

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Schulterschmerzen: PRP (Platet Rich Plasma) repariert Einrisse der Rotatorenmanschette (Schulter)

Die Schulter wird durch die sog. Rotatorenmanschette zentriert. Die Rotatorenmanschette besteht aus 4 Muskeln mit ihren Sehnen.

M. Supraspinatus (Abspreizer der Schulter) M. infraspinatus (Außendreher der Schulter) M. subscapularis (Innendreher der Schulter) M. terres minor (Außenrotator und Schulter nach hinten Zieher)

Alle 4 Muskeln arbeiten zusammen und sind wichtig, um die Schulter zentriert zu führen und den Oberarmkopf bei der Abspreizung nach unten zu drücken. Die Schulter ist ein rein muskulär geführtes Gelenk. Aufgrund der stetigen Benutzung des Gelenkes und der degenerativen Veränderung kommt es häufig zu Dysfunktionen und kleinen Einrissen in den Sehnen, die dann Beschwerden verursachen. Früher wurde Kortison gespritzt, dies sollte heute nicht mehr durchgeführt werden, da es zusätzlich zu einer Schädigung der Sehne kommt. Wesentlich besser ist Ihr Eigenblut (Plated Rich Plasma PRP). PRP unterstützt die Zellproliferation (Zellneubildung), erhöht die Genexpression und die Synthese der Sehnenmatrix in den Sehnenzellen von der menschlichen Rotatorenmanschette. Dies wurde in der Studie: „Platelet-Rich Plasma Stimulates Cell Proliferation and Enhances Matrix Gene Expression and Synthesis in Tenocytes From Human Rotator Cuff Tendons With Degenerative Tears“ von Chris Hyunchul Jo,*et al gezeigt.

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Tennisellenbogen (Epicondylopathia humeri radialis)

Die Injektion von Kortison (Kortikosteroiden) gehört zu den häufigsten Methoden bei der Diagnose Tennisellenbogen (Epicondypathia humeri radialis). Kortison soll dabei die eventuell vorhandene Entzündungsreaktion herabsetzen und die Beweglichkeit des Ellenbogen verbessern. Langzeitergebnisse lagen bis jetzt noch nicht vor, ob diese Therapieform sinnvoll ist. Coombes et al. haben sich diesem Thema gewidmet (JAMA 2013;309:461-469). Es wurde gezeigt, dass es zu einer höheren Redzidivrate  nach einem Jahr  bei Kortisoninjektionen kam, als bei Injektion mit einem Placebo. Dies könne  zum Teil damit zusammenhängen, dass die Epikondylopathie (Tennisellenbogen) keine entzündliche Komponenten aufweist, sodass auch theoretisch auch keine Grundlage für eine positive Kortikosteroidwirkung zu erwarten ist. Physiotherapie verschlechtert das Ergebnis nicht, zeigt aber auch keinen signifikanten Vorteil.

Fazit diesportstrategen: Keine Empfehlung von Kortison beim Tennisellenbogen und Golferellenbogen.

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Neues zur Achillessehnenruptur (Achillessehnenriß)

Ryan Wilkins and Leslie J. Bisson haben in einer Übersichtsarbeit festgestellt, dass die operative Versorgung einer Achillessehnenruptur das Risiko einer Reruptur signifikant senkt. Gleichzeitig steigt aber das Risiko anderer Komplikationen (Infekt, etc.) signifikant durch das operative Vorgehen. In der Literatur konnten Sie keine Hinweise darauf finden, ob die operierte oder konservativ versorgte Sehne kräftiger ist.

Fazit diesportstrategen: Abhängig von der sonographischen  Darstellung (nähern sich die Rupturenden an) sollte zwischen einem operativen und konservativen Vorgehen entschieden werden.

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Funktionelles Ergebnis und Outcome nach der Reparatur einer proximalen Hamstringverletzung

Steven B. Cohen,*yz MD, et al. haben in Ihrer Übersichtsarbeit die funktionellen Ergebnisse nach einer proximalen Hamstringsverletzung evaluiert. Generell gilt, dass ein nicht operatives Vorgehen bei bevorzugt wird, wenn die Sehne der Hamstrings sich nicht mehr als 2 cm zurückgezogen hat. Retraktionen >2 cm sollten operativ versorgt werden. Eine akute Refixation ist definiert als eine erneute Fixierung der Sehne innerhalb von 4 Wochen nach dem Unfall. Chronische Verletzung sind alle, die > 4 Wochen nach Verletzung vorliegen. Zu einer Verletzung kommt es bei exzentrischer Hüftbeugung und Kniestreckung. Der Sportler spürt eine Instabilität des Beines und er vermeidet Knie- und Hüftbeugung (Gehen mit steifen Bein). Es wurden die gleichen Ergebnisse bei akuten und chronischen Verletzung gefunden.

Fazit diesportstrategen: Operatives Vorgehen bei kompletten Rupturen und Retraktion > 2 cm.

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Plantar Fascitis (Fersensporn)

Synonyme: Fersensporn, Calcaneusporn

Definition: Plantar fasciitis ist eine schmerzhaft Reizung (keine Entzündung) der Plantarfascie (Abb. 1) durch Überbelastung, besonders bei Lauf-, Sprung- und Tanzsportarten. Dabei ist ein Fersensporn nicht gleichzusetzen mit einer Reizung der Plantarfascie, sondern entsteht durch repetitive Überbelastung der Plantarfascie mit anschließender Kalkeinlagerung und Verknöcherung.  Der Schmerz wird durch die Degeneration von Kollagenfibrillen verursacht und nicht wie früher angenommen durch eine Entzündung.

Pathomechanimus: Die häufigste Ursache ist ein verhärtete Wade, die zu einer vermehrten Pronation und somit zu einer repetitiven Überstreckung der Plantarfascie führt. Ebenfalls können ein Plattfuß oder Hohlfuß zu einer Reizung der Fascie führen. Ursache kann eine fehlerhaftes Schuhwerk und falscher Laufstil sein.

Anatomie: Die Plantarfascie ist eine derbe, sehnige v-förmige Bindgewebsplatte, die am Tuber calcanei (Fersenbein) entspringt und über 5 Längszüge v-förmig an den Zehen-grundgelenken und den digitalen Sehnen-scheiden ansetzt. Die Plantaraponeurose ist für das Längs-gewölbe des Fußes wichtig und schützt die unter ihr liegenden Muskeln und Nerven.

Klinik: Schmerzen unter Ferse, am Ursprung der Fascie, Druckschmerz über der Innenseite der Ferse, Schmerzen vor allem morgens nach dem Aufstehen, mit anschließender Besserung der Symptomatik bei …

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Patellaspitzensyndrom (Jumper´s Knee):

Zwei Tests unterstützen die Diagnosefindung Jumper´s Knee: 1. Passives „Extension-Flexion-Zeichen“:Rückenlage. Palpation des maximalen Druckschmerz (meist inferiorer Patellapol). Belassen des Fingers auf dem punctum maximum und 90° Flexion erneuter DS über punctum maxiumum. 2. „Stehendes aktives Quadrizeps-Zeichen“: Stehender Patient. Maximaler Druckschmerzpunkt palpiert und das Knie wird durch den Patienten 30° flektiert. Positiv ist der Test, wenn es zu einer deutliche Druckschmerzreduktion kommt.

Fazit diesportstrategen: Sehr gut für die Praxis anzuwenden.

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